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Erfahrungsbericht von Benjamin

Ich gebe seit 1,5 Jahren für IDA wöchentlich Deutschkurse in der Hamburger Straße. Begonnen habe ich noch in den Turnhallen bzw. der Nöthnitzer Straße. Ziemlich bald wurden die Geflüchteten dann in die Hamburger Straße (und andere Erstaufnahmeeinrichtungen) verlegt. Seit Juni 2016 gebe ich wöchentlich Frontalunterricht. Zu Beginn hatten wir noch kein eigenes Lehrwerk und jede Stunde musste improvisiert werden. Gerade anfangs fehlte oft eine gemeinsame lingua franca (niemand sprach Englisch, höchstens Russisch, was ich kaum beherrschte) und der Unterricht war sehr anspruchsvoll, aber gerade dadurch auch hochinteressant. Seit ca. einem Jahr habe ich glücklicherweise fast immer mindestens eine Person im Zimmer, die Englisch spricht und dolmetschen kann. Ich half Dominic Böckling aus dem IDA-Orgateam beim Erstellen des ersten eigenen IDA-Lehrwerkes. Unser Lehrwerk hat den Unterricht deutlich vereinfacht. Über die Monate wurde ich auch immer selbstbewusster als Lehrer. Ich kann heute - vor allem dank meiner Erfahrungen mit IDA - vor so ziemlich jedem Publikum stehen und präsentieren oder Unterricht halten, notfalls auch für Ruhe und Ordnung sorgen. Ich habe auch schon sehr oft als einziger Lehrer in der Hamburger Straße den Unterricht gestaltet. Das wird ab 10-15 Schülern insofern interessant, da die Binnendifferenzierung als alleiniger Lehrer zunehmend schwer wird. Es kam öfter vor, dass, zwischen Analphabeten und flüssig Sprechenden, jedes Sprachniveau im Klassenzimmer vertreten war. Ich glaube, ich habe inzwischen den Dreh ganz gut raus, wie ich mit solchen Situationen umgehe. Es kann schon sehr stressig werden, den Einsteigern erste kurze Phrasen beizubringen und gleichzeitig für die Fortgeschrittenen Texte rauszusuchen oder zu korrigieren. Nach solchen Stunden bin ich immer sehr stolz, dass trotzdem alle glücklich und mit ein paar neuen Fähigkeiten und Redewendungen nach Hause gehen!